Freitag, 25. April 2014

Links zum Wochenende












Ausstellungstipps
-Girls Standing on Lawns and Other Projects heißt Maira Kalmans neue Ausstellung. Noch bis zum 14. Juni sind ihre Arbeiten in der Gallery Julie Saul in 535 West 22nd Street in New York City zu sehen. Wer es nicht nach New York schafft, dem sei Mairas Ted Talk und ihr wunderbares Blog The Pursuit of Happiness in der New York Times empfohlen.
Dazu passt auch folgendes feature im blog: "seven impossible things before breakfast".
-In München sind Roman Kloneks neue Druckgrafiken zu sehen. Die Ausstellung "Comicuts3" ist in der Reichenbachstr. 14 zu sehen und läuft noch bis zum 17. Mai.
Auf youtube erklärt Roman wie ein Holzschnitt entsteht. Wer Roman Klonek noch nicht kennt, kann sich dieses Künstlerporträt ansehen. Mehr über die Ausstellung steht auf Freistil online.

-in Hamburg sind in der Liga 01 Arbeiten des Illustrators Stefan Mosebach zu sehen.

Illustrierte Buchtipps 
Grüne Buchcover gehen gar nicht, oder doch?
-Ataks Bilderbuch für Erwachsene Der Garten erschien im letzten Jahr bei Kunstmann. In der RBB Sendung "Bauer sucht Kultur" traf der Moderator Dieter Mohr Atak in seinem Gartenhaus.
-Bei Insel erschien Susanne Wiborgs Buch Bin im Garten mit Illustrationen von Rotraut Susanne Berner.
-Ihre eigenen Erfahrungen im riesigen Garten in Brandenburg verarbeitete Kat Menschik zu einem Fortsetzungscomic in der FAZ. Jetzt ist der Goldenene Grubber als Buch bei Galliani erschienen.
-100 Tipps für mehr Gartengenuss kann man in Constanze Guhrs Wunderbaren Gartenbuch finden.

zum Nachhören 
Am Tisch mit Jutta Bauer. Der Doppelkopf Podcast auf hr2-Kultur.

Was Schönes
Illustrationen zum Aufkleben: Temporary Tattoos der Firma Tattly.

Noch was Schönes

Sonntag, 20. April 2014

Shrigley und Partenheimer: It's OK

Ostersonntagbesuch in der Pinakothek der Moderne in München, 
wo man sonntags nur 1 Euro bezahlt und den Luxus eines fast leeren Museums genießen kann. 
Neben der ohnehin wunderbaren permanenten Kunst gibt es zur Zeit eine kleine Ausstellung 
mit Zeichnungen von David Shrigley, die einfach nur gute Laune machen:







Danach noch ganz oben und im Erdgeschoss die schönen Aquarelle, Vasen und Skultpuren
von Jürgen Partenheimer - ganz anders, aber doch auch wieder nicht.
Frohe Ostern! 

Post und Fotos: Rotraut Susanne Berner, 20.4.2014


Donnerstag, 17. April 2014

Links zum Wochenende









Für das lange Osterwochenende gibt es schon heute eine umfangreichere Linksammlung:


Tove Jansson und die Mumins:
Die Mumins sind bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Ihre Erfinderin Tove Jansson wurde vor 100 Jahren geboren. Eine Ausstellung in ihrer Heimat Helsinki ehrt ihr gesamtes Werk. Dazu gehören auch Ölgemälde und zahlreiche Selbstporträts.
Ein lesenswerter Artikel zur Tove Jansson Ausstellung erschien im Tagesspiegel.
Die Muminbücher werden in Deutschland von Arena und die Comics bei Reprodukt veröffentlicht.
Wer sich in die Muminwelt vertiefen möchte, sei auf das virtuelle Muminforschungszentrum verwiesen.

Ausstellungstipps
-Für Mark Twains Text "Der geheimnisvolle Fremde" hat Atak wunderbare Bilder geschaffen. Der Hörspielkünstler Kai Grehn setzte das Werk im letzten Jahr als Hörspiel um. Zu diesem Anlass sind nun im Greifswalder Koeppenhaus die Originale von Atak zu sehen. Eine weitere Attraktion bietet die Ausstellung: Franz Zaulecks rätselhafte Brennholzmasken werden ebenfalls gezeigt.
-am 17.4. eröffnet: nochmal Atak in einer Gruppenausstellung Tango Illustration und Art in der Galerie der Stadt Wels. Mit dabei sind außerdem Martin Graf, Katharina Grossmann-Hensel, Yvonne Kuschel, Nele Brönner und Christoph Niemann. Hier der Trailer.

zum Stöbern: schöne Blogs rund um die Illustration
-Fine Fine Books die Münchnerin Saskia Nickles postet regelmäßig über schöne Bücher.
-Book by it´s Cover Das Blog der Illustratorin Julia Rothman. Julia hat gerade ein neues Buch über ihre Heimatstadt New York (Chronicle Books) veröffentlicht. Auf ihrem Blog findet man wunderschöne illustrierte Bücher aus aller Welt und Interviews.
Ein Interview mit Julia gibt es auf dem auf dem 3. schönen Blog über Illustration: Grainedit
-ein weiteres interessantes Blogprojekt ist: They draw and travel
Hier kann jeder eine illustrierte Karte einer Stadt oder eines Landes einreichen. Gegründet von Nate Padavick und Salli Swindell, Geschwister und gleichzeitig ein Illustratorenteam. Beide haben ein weiteres Blog They draw and cook, das ist die umfangreichste Sammlung illustrierter Rezepte im Internet.
They draw and Travel veranstaltet gerade zusammen mit dem Magazin Uppercase einen Wettbewerb für Illustratoren.

zum Nachhören
ein Interview mit Kat Menschik über ihr neues Buch "Der goldene Grubber", das von ihren Gartenerfahrungen handelt im Deutschlandfunk.

zum Nachlesen
ein Interview mit Rotraut Susanne Berner über Hasen und andere literarische Gestalten, in der literarischen Welt am Samstag, dem 20. April.

Wer noch ein passendes Ostergeschenk sucht...
kann auf Radio Bremen und "Die Zeit" vertrauen: Der Luchs des Monats empfiehlt regelmäßig schöne Bücher für Kinder.

... noch ein Liedchen für den Feierabend
Der Autor Lemony Snicket singt anlässlich der Verleihung des Charlotte Zolotow Awards ein nicht ganz ernst gemeintes Lied über die Wichtigkeit des Texts im Vergleich zu den Bildern. Lemony Snickets Ehefrau Lisa Brown ist übrigens Illustratorin und nimmt es mit Humor. Begleitet wird sein charmantes Lied vom Akkordeon.

Frohe Ostern! Nächsten Freitag gibt es hier weitere Links.

Samstag, 5. April 2014

Herzlich willkommen.....



...auf dem neuen blog der Stiftung Illustration.
Das blog ist noch im Entstehen, wir hoffen aber, dass sich hier bald viel tun wird:
Berichte von Messen und Ausstellungen, Buchvorstellungen, Porträts und vieles andere mehr.
Wir freuen uns, wenn wir mit Informationen, Anregungen und mit links aus der Welt der Illustration 

reichlich beschickt werden. 



Die Personen, die sich hinter der Stiftung verbergen, zeigen wir hier rechts in der monatlich 
wechselnden Rubrik mit dem Titel:
Gesichter der Stiftung: Wer ist die Stiftung Illustration? 

Wir freuen uns auf viele Leser, clicks und Kommentare!

Freitag, 4. April 2014

Bologna fredda


Die Kinderbuchmesse in Bologna hat sich dieses Jahr die einzigen kalten Tage zwischen zwei warmen Frühlingswochen ausgesucht. Vom 23. bis zum 27. März herrschten eisige Temperaturen, Regen und kalter Wind.
Dass das nicht nur die Laune aller beeinträchtigte, sondern auch die Geschäfte, höre ich hier und dort: von Sonne, Wärme und lauen Abenden in der Altstadt konnte man nur träumen.

Nach drei Jahren war ich das erste Mal wieder da und als erstes sind mir vor allem die vielen jungen Illustratoren aufgefallen, die brav in langen Schlangen an den Verlags-Ständen mit ihren Mappen, Taschen und ipads anstanden. Genau so brav und freundlich waren  - soweit ich das sehen konnte, die Verlagsleute, die sich alles geduldig anschauten. 
Es ging ruhig zu – kein Gedränge, keine Aufregungen, kein Geraune. 

Als am Montag die Hans-Christian-Andersen-Preisträger verkündet werden, ist es schwer, die Namen zu erfahren. Keine Durchsage, kein Rumor.
Dienstagmittag, beim ALMA (Astrid Lindgren Memorial Award), ist die Nachricht, auch dank einer besseren PR  schnell in allen Hallen:
Barbro Lindgren-Enskog, eine schwedische Kinderbuchautorin, die auch einige Bücher für erwachsene Leser geschrieben hat, hat den mit 570 000 Euro dotierten Preis bekommen. Barbro Lindgren ist 1937 geboren, hat eine Kunstschule absolviert und hat einige ihrer Bücher selber illustriert. In Wikipedia kann man nachlesen, dass  „Barbro Lindgrens unvergleichlicher Stil einen großen Einfluss auf die schwedische Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart ausgeübt hat. Angesiedelt zwischen Realismus und Surrealismus ist er humorvoll und phantasievoll und ihre Bücher behandeln für Kinder wichtige Fragen, die ernst genommen und kindgerecht behandelt werden.“
Das Gastland in Bologna war in diesem Jahr Brasilien und auch der Preisträger für Illustration des Hans-Christian-Andersen-Preises, Roger Mello, kommt aus Brasilien. Geboren 1965 in Brasilia, lebt und arbeitet er heute in Rio de Janeiro. Er hat über 100 Bücher illustriert und arbeitet auch für Film und Theater.
Neben Japan finde ich persönlich die interessantesten Bücher und Bilder nach wie vor in französischen Verlagen, aber die Zeit ist viel zu kurz, alles zu sehen.
Wer genaueres und viel mehr über die größte Kinderbuchmesse der Welt lesen möchte, sei verwiesen auf den BUCHMARKT-Artikel von Susanna Wengeler oder den Bericht von Stefan Hauck im Börsenblatt.
 
Noch scheint am Sonntagabend die Sonne über Bologna.
In den Palazzo Fava kam man nur mit Minuten-Tickets.... und es war dann trotzdem völlig überfüllt....
Lektorin beim Studium von Illustratoren-Arbeiten....
...für mich der schönste Messestand...

Grüffelo feiert seinen 15. Geburtstag


 Einkaufen nach der Messe....
Und noch eine sehr schöne Ausstellung in der biblioteca salaborsa: La camera dei bambini: Möbel und Spielsachen von 1900-1950

 Rotraut Susanne Berner am 4.4.2014


Dienstag, 11. März 2014

Im „Land der Bücher“ – Zu Besuch auf der litauischen Buchmesse „Vilnius Knygų mugė 2014“








In Vilnius, der litauischen Hauptstadt findet alljährlich im Februar die wichtigste Buchmesse des Baltikums statt. Neben großer Gastfreundschaft trifft man dort interessante Kinderbuchillustratoren.
Der litauische Buchmarkt ist – wie der litauische Nationalstaat – jung. Erst zum 15. Mal öffnete die „Vilnius Knygų mugė“ in diesem Jahr ihre Pforten. Anders als auf den deutschen Buchmessen, ist es hier den Verlagen an ihren Ständen erlaubt, Bücher zu verkaufen. Entsprechend drängen sich Trauben von Menschen durch die Gänge der Litexpo – den Messehallen von Vilnius.
Wer Kinderbuchillustratoren treffen will, geht am besten zum „Creative Studio“, einem ganz besonderen Ort jenseits des Verkaufstrubels. In Halle 4 gleich hinter der Kinderbuch-Lesebühne betritt man durch einen Vorhang aus an langen, bunten Bändern baumelnden Büchern ein 800qm großes Arrangement aus Stellwänden. (Foto 1) Seit 12 Jahren organisiert und konzeptioniert die Illustratorin und Buchgestalterin Sigutė Chlebinskaitė dieses „Land der Bücher“ auf der Buchmesse. In diesem Jahr zeigt sie in einer Ausstellung Originale der litauischen Illustratorin und Altmeisterin Taida Balčiūnienė (*1925), deren Illustrationen Generationen prägten. (Foto 2)
Daneben bieten Illustratoren in den Winkeln und Ausbuchtungen der Messestellwände Workshops für Kinder an. Hier tummelt sich die junge und alte Illustratorenszene.
Traditionell gehören Gedichte und Märchen zu den wichtigsten Genres der (Kinder-)Literatur Litauens, innerhalb derer die Illustrationen den Texten zur Veranschaulichung und zum Schmuck dienen und das oft auf hohem technischen und künstlerischem Niveau.
Hier ist als erster der Altmeister Kęstutis Kasparavičius zu nennen, der auch in Deutschland kein Unbekannter ist. In den 1990er Jahren hatte der Essliner Verlag von ihm illustrierte Pinocchio-, Reineke Fuchs-, Bremerstadt Musikanten- und Nussknacker- Ausgaben im Programm. Inzwischen schreibt Kasparavičius auch eigene Geschichten für Kinder und illustriert sie. In „Apie Daiktus“ zum Beispiel erzählt er von Alltagsgegenständen, die mit großem Bildwitz als belebte Dinge auf ganzseitigen Bildtafeln erscheinen, denen jeweils kurze Geschichten gegenüber stehen. Man möchte wirklich gerne wissen, was der Text zu diesen Bildern erzählt!
Neben dem in diesem Jahr 60 Jahre alt werdenden Kasparavičius, findet man auch Illustratorenstars, der jüngeren Generation. Zum Beispiel Lina Žutautė, deren Bilderbücher in Litauen echte Kassenschlager sind. Die von ihr erfundene Figur nennt sich Kakė Makė, ein Spitzname, der auch in litauischen Ohren frech und ungewöhnlich klingt. Wie Kasparavičius so fing auch Lina Žutautė zunächst als Illustratorin an Texte anderer zu bebildern, bis sie für Kakė Makė auch selber Texte zu schreiben begann. In ihren Büchern greift sie den kindlichen Alltag auf, so etwa das Thema des Zimmeraufräumens und des Zuhörens. Fantastische und lehrreiche Abenteuer bringen die sperrig-freche Heldin mehr oder weniger wieder in die Spur, wobei die Bilder einladen mit zu wirken. Bei Eltern und Kindern kommen diese Bücher sehr gut an und stehen auch als App zur Verfügung.
Unter den jüngeren Illustratoren sei auch Lina Dūdaitė genannt, die mit ihren ganz eigenartigen Perspektiven und Bildkompositionen zu Grimmschen Märchen überrascht. Neben Workshops entdeckt man in Sigutė Chlebinskaitės „Land der Bücher“ aber auch Präsentationen ausgewählter kleiner Verlage: so etwa Tara Books aus Indien, Muchomor aus Polen und den tschechischen Verlag Baobab-Books, den das Illustratoren-Paar Juraj Horváth unf Tereza Horváthova leitet. Die beiden haben Bücher im Repertoire bei deren Anblick sich Liebhaber der Buchkunst die Finger lecken. Ein Blick auf deren Homepage sei allen empfohlen: www.baobab-books.net

von Sarah Wildeisen