Mittwoch, 16. August 2017

Stiftung Lesen

Im Zusammenhang mit dem bundesweiten Vorlesetag im November gibt es kontroverse Nachrichten und Kommentare zu einer Einladung der Parteien.

Hier ein Kommentar von Deutschlandfunk Kultur vom 4. August:


"Deutscher PEN kritisiert „Stiftung Lesen"

AfD-Mandatsträger wurden zum bundesweiten Vorlesetag eingeladen

Die Präsidentin des deutschen PEN, Regula Venske, kritisiert die „Stiftung Lesen". Diese habe AfD-Politiker eingeladen, am bundesweiten Vorlesetag teilzunehmen. Nach Auffassung des deutschen PEN sind die Grundsätze der AfD, die sich gegen die bestehende kulturelle Vielfalt und Toleranz richten, nicht vereinbar mit den an Schulen und Kitas vertretenen und unsere Gesellschaft bereichernden Leitbildern, so Venske. Gegenüber Deutschlandfunk Kultur erklärte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg F. Maas, dass die Stiftung alle im Bundestag und in den Länderparlamenten vertretenen Parteien mit Ausnahme der NPD auf ein mögliches Engagement beim Vorlesetag lediglich aufmerksam gemacht habe. Dabei sei darauf hingewiesen worden, fremdenfreindliche, rassisitische und antisemitische Äußerungen in Bildungseinrichtungen zu unterlassen. Die Schulen und Kitas könnten selbst entscheiden, wen sie zum Vorlesetag in ihre Einrichtung einladen wollen."


und jetzt hat auch die Branche reagiert - hier zum Beispiel der BUCHMARKT.

Dienstag, 1. August 2017

Jetzt anmelden: workshop der Stiftung Illustration 2017

Unter dem Titel:
Hauptsache: Die Nebensachen
findet unter der Leitung von Hans ten Doornkaat in diesem Jahr vom 8. - 9. September der jährliche workshop der Stiftung Illustration statt. Es geht nicht zuletzt um das Objekt "Buch" an sich:
Was macht ein schönes Buch aus? Warum muss es überhaupt schön sein? Welche Kriterien gibt es dazu? Wer macht schöne Bücher? Warum sind schöne Bücher wichtig? Und und und.....
Ein Workshop um Begriffe, um Prioritäten, um Ästhetik, um Lesbarkeit und vielleicht auch um die Zukunft eines Mediums.....von und mit Experten.
Hier alles zu Terminen, Anmeldungen, Themen und Mitwirkenden:


Illustrationen © Franziska Biermann


Dienstag, 25. Juli 2017

Mehr Kommentare zum Fall Quint Buchholz und Jungho Lee

Von Anonym am 26. Juli 2017

Im Artikel vom Deutschlandfunk http://www.deutschlandfunk.de/jungho-lee-kunst-oder-plagiat.1202.de.html?dram%3Aarticle_id=391946 wird dazu deutlich, dass Jungho Lee sich bei Quint Buchholz über dessen Stil und Machart erkundigt hat. Ich bin auch der Ansicht, dass Kunst sich aus Bekanntem entwickeln kann, aber es "keine Kunst" ist sich an etwas abzulehnen, das bereits besteht. Kunst hat was mit der Intuition, dem gedanklichen Vorstellen und individuellen Umsetzen zu tun. Hätten beide zur selben Zeit ähnliche Werke vollbracht, würde man von Zufall oder gesellschaftlichem Kollektiv sprechen, als Vorreiter eines Stils, aber dem ist nicht so. Hier sollte deutlich dem "Lehrer" der Preis in den Schoß fallen. 

Von Dr. Susanna Partsch, Kunsthistorikerin am 25.7. 2017

Der Fälscher Elmyr de Hory begründete seine in der Art von Amedeo Modigliani gemalten Bilder damit, dass Modigliani so früh gestorben sei und keine Zeit gehabt hätte, alle Bilder zu realisieren, die er noch hatte malen wollen. Das erledigte dann eben Elmyr de Hory für ihn.
Erfolgreiche Kunstfälscher haben selten vorhandene Gemälde kopiert, sondern eher im Stil von ... gemalt, so auch Wolfgang Beltracchi, der nach seiner Enttarnung zwar verurteilt, aber gleichzeitig von der Kunstwelt hofiert wurde. Jetzt verkauft er seine Gemälde als eigene Werke - die Vorbilder sind immer ersichtlich und die Bilder meistens nicht annähernd so gut wie die Originale. Die Preise, die er verlangt (und bekommt) bewegen sich im höheren fünfstelligen Bereich. Und auch im Fernsehen darf er demonstrieren wie er Prominente im Stile von .... malt. Die Ähnlichkeiten mit Porträts von Lucas Cranach sind allerdings im Porträt der Fürstin Gloria nur rudimentär vorhanden - und das ist nicht gewollt.
Das ist nicht verboten, Beltracchi macht sich nicht strafbar, aber er zeigt damit, dass er nicht im Stande ist, eigenständige Kunst zu schaffen. Und das ist armselig.
Ebenso armselig sind die Bilder von Jungho Lee. Er hat sich bei Quint Buchholz darüber informiert, wie genau er arbeitet. Er hat sich dessen Bilder genau angesehen - und dann behauptet, seine Bilder hätten schon in ihm geschlummert, bevor er diejenigen von Buchholz gekannt hätte. Wahrscheinlich sind sie dann durch das Betrachten von "BuchBilderBuch" einfach endlich zum Vorschein gekommen.
Juristisch kann man Jungho Le nicht belangen. Aber es ist erlaubt, sich darüber zu verwundern, dass ein deutschsprachiger Verlag dieses Buch anbietet, dass der Illustrator einen renommierten Preis erhält und dass er es selbstverständlich findet, in der Art von Quint Buchholz zu arbeiten. Seine Verehrung für René Magritte, die er im gleichen Atemzug wie diejenige für Buchholz nennt, will ich ihm nicht abstreiten, aber seine Bilder orientieren sich nicht an dem belgischen Surrealisten, sondern nur und ausschließlich an Buchholz.
Es ist ein Armutszeugnis, das er sich mit seinen Illustrationen selbst ausstellt und es bleibt zu hoffen, dass das von vielen bemerkt wird, nicht nur von den Insidern der Illustratoren- und Verlagswelt.

Sonntag, 23. Juli 2017

Aktuell: Diskussionen und Meinungen zum Fall "Quint Buchholz - Jungho Lee“

Zum Fall "Quint Buchholz - Jungho Lee" gibt es Diskussionen und unterschiedliche Meinungen.
Einige davon kann man hier nachlesen und es wäre wünschenswert und interessant, davon mehr, vor allem von Kolleginnen und Kollegen zu lesen.

Zur besseren Information möchte ich auf die posts weiter unten auf diesem blog verweisen, aber auch den Briefwechsel mit der Association of Illustration (AOI) veröffentlichen, der auf diese Angelegenheit noch einmal ein besonderes Licht wirft:

Dear Mrs. Renwick,
I am writing from Germany first as an illustrator, but also as curator of the german FOUNDATION OF ILLUSTRATION in Troisdorf, which is caring in Germany for matters of illustration. I certainly was looking forward to the price-giving of the illustration awards this year and I was surprised, not to say shocked about the decision, to give Jungho Lee the award in the category „Overall Professional“.
Since a long time I know the work of Quint Buchholz, who is a collegue and who is famous for his artwork, his picture-ideas, and his very special technique in realisation of a specific surrealistic and dreamy atmosphere.
I am sure, you know his work - he was awarded several times for his unique and exceptional work all over the world.
Here some samples:

1990 Troisdorfer Bilderbuchpreis
1991 Goldene Plakette der Biennale Bratislava für Die Sara, die zum Circus will (Text: Gudrun Mebs)
1993 Aufnahme von Sumchi (Text: Amos Oz) in "Die schönsten deutschen Bücher 1993" der internationalen Jury der Stiftung Buchkunst
1994 A New York Times "Outstanding Book of the Year" für Sleep well, little bear (Schlaf gut, kleiner Bär)
1997 Vlag en Wimpels für Nero Corleone; holländische Auszeichnung für das schönste Kinderbuch des Jahres für Kinder über 6 Jahre
1998 Bologna Ragazzi Award für Der Sammler der Augenblicke
1999 "Prix Enfantaisie" (frz. Preis für das beste Kinderbuch des Jahres) für Le Collectionneur d’Instants (Der Sammler der Augenblicke)
1999 "One of the ten Best Illustrated Books of the Year" (The New York Times Book Review) für The Collector of Moments (Der Sammler der Augenblicke)
2000 Mildred L. Batchelder Award (amerikanischer Ehren-Preis für das beste ausländische Buch) für The Collector of Moments (Der Sammler der Augenblicke)
2006 Kröte des Monats Mai für wer liest, ist
2015 Premio Letteratura Ragazzi 36, Premio Speciale Albo Illustrato (italienischer Sonderpreis für das beste illustrierte Kinderbuch) für Nel paese dei Libri (Im Land der Bücher)

When I saw the artwork of Jungho Lee, I first was convinced to see the artwork of Quint Buchholz: it is both, the technique and the kind of picture language which is totally adapted ( I would prefer to say: stolen) from Quint. And there is even a proof: 
There was a mail-contact between Quint and Jungho, and Quint told him - in a collegial and trustful conversation- all about his work method. ........................
As I am an illustrator myself, I am really outraged, and I do hope that your organisation will reconsider its decision or at the least
take more care in future - the more, so as nowadays it is easy to find out about everything in the world wide web.
.............
Rotraut Susanne Berner


Und hier die Antwort:

Dear Rotraut Susanne Berner,
Thank you for your email, the time you have taken to prepare your email and attachments.
There was considerable debate during the judging process because of the similarities with Bucholz's work which of course we took very seriously. After much thought and consideration it was judged that while there are similarities in style, there is no direct copying.
We require all entrants agree to our terms and conditions, which of course state that no artwork infringes copyright – additionally – as the works came from a published book, we were confident that any copyright issues would have been addressed by the publisher.
I very much appreciate you getting in touch – we are not able to actively cross reference all artworks, and therefore value any infringements being brought to our attention. Your email is a useful reminder for us as we move to our next awards phase and we will build in extra consideration for all winning entries, and, if there is any element of concern we will remove the project from the Awards list.

With best wishes,
Ren
Helen Renwick (Ren)
Managing Director

The Association of Illustrators
+44 20 7759 1017
ren@theaoi.com
theAOI.com


Kommentare vom blog der Stiftung-Illustration und meinem e-mail-account:

Von Henning Lohlein am 6. Juni 2017

Ich habe den Artikel im Blog der Stiftung Illustration gelesen, und kann .... nur zu stimmen, dass das wirklich nicht richtig ist. Und ich finde es sehr gut, dass Du darauf hingewiesen hast, und Druck ausübst. Ich wohne seit über 25 Jahren in England, und habe den Eindruck, dass hier öfter andere Künstler kopiert werden, und die Welt mit ihrem Kurzzeitgedächtnis vergisst, wer der ursprüngliche Künstler/Illustrator ist. Und wie in der Urteilsbegründung, keiner sich drum schert. Das wirft kein gutes Licht auf die AoI.
Keep up the fight :)

von anonym am 6. Juni 2017

Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Skandal um Plagiat" hinterlassen:
So könnte man dann Buchholz auch vorwerfen, dass er bei Magritte und Caspar David Friedrich abkupfert. Ich finde es quatsch, bei persönlichen Stilen von Künstlern zu verlangen, dass sie wirklich niemandem gleichen. So kann man dann Harry Potter vorwerfen, dem Herrn der Ringen und 20 anderen Kinderbüchern zu gleichen. Na und? Es sind alles hervorragende Bücher. Wenn jetzt jeder der etwas kreiert vorher gucken muss, ob auch noch nie ein andere etwas ähnliche gemacht hat, oder sich von nichts was vorher da gewesen ist mehr inspirieren lassen darf, dann wird nichts neues mehr entstehen.

Von Itsuwari am 6. Juni 2017

Wäre ich Juristin, würde ich hier urteilen, dass Jungho Lee höchstens Ideen für Motive übernommen hat (was zulässig ist), aber kein Motiv plagiiert hat. Ich sehe Inspiration von Quint Buchholz, aber eigene Motive und keine Kopien!

von anonym am 6. Juni 2017 

in diesem Fall, lieber Herr Anonym, ist es aber ganz anders: denn besagter Jungho Lee war Gast bei Quint und hat sich alles genau erklären lassen. Und wenn nicht nur Technik, sondern auch 1:1 Inhalte, Gegenstände, Stimmungen, Farben abgemalt und neu gemischt werden, damit es nicht allzu sehr auffällt, dann kann man nicht von Neuem sprechen.

Von Claudia Reese am 6. Juni 2017

Hallo Anonym,
eben das ist doch der springende Punkt: ein Plagiat oder eine Kopie ist kein "persönlicher eigener Stil". Sicher passiert es ab & an, daß Ähnlichkeiten vorhanden sind, die zufällig passieren. Aber das, was man dort auf den Bildern sieht, ist keine Inspiration. Das ist unverfroren. Erfahrungsgemäß sind die Vertreter Ihrer Sichtweise häufig keine Illustratoren oder anderweitig selbst in diesem oder ähnlichen Gebieten tätig. Sie kennen demnach weder den Prozess und die große Herausforderung einen eigenen Stil zu entwickeln und zu pflegen, noch die grenzenlose Verletzung, die man empfindet, wenn eigene Ideen schamlos abgekupfert und von Anderen arglos beklatscht werden. Leider nimmt der Ideenklau durch die technischen Möglichkeiten rapide zu und zu meiner großen Verwunderung scheinen das Viele absolut legitim zu finden. Das werde ich nie verstehen können. Ich finde es auch unverständlich "Harry Potter" und "Herr der Ringe" als Beispiele zu bemühen. Ich gebe Ihnen aber insofern recht, daß es wahrscheinlich viele schlechte Kopien von beiden Bücherreihen gibt. Ich frage mich immer, wie die Leute, die in fremden Bilderwelten räubern, sich selbst noch im Spiegel anschauen können. 

von anonym am 8. Juni 2017:

Ich persönlich finde es gut, dieses Thema zur Diskussion zu stellen. Mit den von Frau Berner verwendeten Vokabeln betreibt sie, in meinen Augen, jedoch eher eine Rufmordkampagne (womit man sich übrigens ebenfalls strafbar machen kann): "Skandal, offensichtliches Plagiat, Unverfrorenheit, Dieb, inakzeptabel, Protest, verteidigen..." – das sind schon harte Worte. Und das, ohne den Illustrator direkt zur Rede zu stellen oder ihm die Möglichkeit zu geben, selbst darauf zu reagieren.
Eigentlich sind das alles Behauptungen und Vorverurteilungen. Um zu beurteilen, ob es sich hier wirklich um Diebstahl handelt, müsst man dann doch eher ein Gericht bemühen.
Ich persönlich hätte die Illustrationen trotz guter Kenntnis von Quint Buchholz' Werk nicht für Illustrationen von ihm gehalten.
Wenn man hier überhaupt jemandem einen Vorwurf machen möchte, so doch höchstens der Jury des Wettbewerbs. Den Illustrator und seinen Verlag derartig zu verurteilen finde ich bösartig.

Von Eymard Toledo am 12. Juni 2017

ich war wütend als ich Ihr Beitrag über den Illustrator Jungho Lee gelesen habe. Leider, sind wir Illustratoren ziemlich ungeschützt, wenn wir einfach kopiert werden, hauptsächlich die kleine unbekannte Illustratoren. Quint Buchholz ist ein sehr bekannter Illustrator, was die Sache noch unverschämter macht. Aber das war schockierend zu lesen, das einem Juri von einen Institution, wie "Association of Illustrators" sowas einfach erlaubt. Und das jetzt Moses Verlag der Man auch noch veröffentlicht, ist unfassbar.
Vielen Dank für Ihre Initiativ 


von Marianne Ach am 23. Juli 2017

Ich protestiere, dass der Mosel Verlag das Buch „Promenade“ weiter veröffentlicht!

Von Dorothée Kreisch-Jacob am 24.7.2017

.............. Mit Ihrem Engagement zu dieser Plagiatsaffäre sprechen Sie mir aus dem Herzen. Ich kann mir für Quint Buchholz nur wünschen, daß diese Sache nicht so schnell ad acta gelegt wird – und viele Menschen wach und aufmerksam werden.
Schließlich geht es alle Künstler an, deren Urheberrechte noch nie auf so unsicheren Beinen standen, wie heute. Ich wünsche diesem Fall so viel Öffentlichkeit wie möglich!


von Bernhard Oberdieck am 25. Juli 2017

Richtigstellung:
Ich hatte zu diesem Thema auf der Seite der Stiftung einen abweichenden Kommentar hinterlassen, der aber dort dann erstaunlicherweise, nicht gezeigt wurde. Inzwischen ist meine Ansicht darüber etwas differenzierter. Denn ich habe erst jetzt weitere Informationen und die Reaktion von Quint gehört. Um es vorweg zu sagen, ich halte die Arbeiten noch immer für keinen Skandal oder für rechtsrelevante Plagiate aber dadurch, dass sich Jungho-Lee vorher genau bei Quint nach seiner Technik und seiner Intuition erkundigt hat, nun doch für mehr als fragwürdig. Ich kann daher die Aussagen von Quint durchaus nachvollziehen und den Ärger verstehen.


Einen etwas genaueren Blick auf den Fall "Quint Buchholz und Jungho Lee" hat Christine Knödler im Büchermarkt des Deutschlandfunks am Samstag, dem 22. Juli, im Rahmen der Sendung „Bücher für junge Leser“, geworfen. Den sehr differenzierten und wichtigen Beitrag kann man unter diesem link nachhören.
Mit der gleichen Problematik hat sich auch der Bayerische Rundfunk am Sonntag, dem 23. Juli beschäftigt:
Den Beitrag von Stefanie Metzger kann man hier im Rahmen des Kulturjournals in Bayern 2 als podcast hören.

Donnerstag, 29. Juni 2017

Seltene Gelegenheit zur Ersteigerung von Original-Illustrationen - nur noch bis 2. Juli!

Illustrators for Three Peas 


Versteigerung von Illustrationen für Flüchtlinge in Griechenland/ artwork auction helping stranded refugees in Greece
From 23rd of June to 2nd July 2017!

Three Peas charity is auctioning artwork by some of the best loved children's book illustrators... You could grab an original drawing from Axel Scheffler, Tony Ross, Lauren Child, Ros Asquith, Thomas M. Müller, Barbara Nascimbeni, Rotraut Susanne Berner, Chris Riddell, Moni Port, Philip Waechter, Anke Kuhl, Tony Ross.
Get your hands on limited prints by Oliver Jeffers or Ella Okstad or even a Liz Pichon Tom Gates doodle and much much more!

Come in and browse...

Please note that the finishing bidding times vary from picture to picture, allowing you to bid on more than one item.
All the funds raised will go to Three Peas charity, helping stranded refugee families and individuals in Greece. Open your hearts and wallets!

To learn more about Three Peas, you can visit our website at www.threepeas.org.uk
Thank you.

Montag, 5. Juni 2017

Skandal um Plagiat

Plagiat nennt man die gröbste Art von Okkupation,
wozu Kühnheit und Unverschämtheit gehört 
und auch deshalb eine Zeitlang glücken kann... 
Armseligen Menschen verzeihen wir solche Kniffe; 
werden sie aber, wie es auch wohl geschieht, 
von talentvollen Personen ausgeübt, so erregt es in uns, 
auch bei fremden Angelegenheiten, ein Mißbehagen, 
weil durch schlechte Mittel Ehre gesucht worden, 
Ansinnen durch niedriges Beginnen.
Johann Wolfgang von Goethe„Meteore des literarischen Himmels“, 1820 

Belohnung für Diebstahl
Im Zusammenhang mit Plagiatsvorwürfen fallen oft Begriffe wie „Verehrung“, „Zitat“, oder „Inspiration“. Dass die Grenzen zwischen Plagiat und Inspiration fließend sind, und es – juristisch betrachtet - schwierig ist, diese zu erkennen, zu ziehen und zu beurteilen, ist aus vielen Fällen in der Kunstgeschichte bekannt.
Der Koreaner Jungho Lee erhielt 2016 den großen internationalen World Illustration Award, verliehen durch The Association of Illustrators.  Jungho Lee imitiert, wie man hier unzweifelhaft sehen kann, nicht nur die Technik von Quint Buchholz, sondern auch Farbigkeit, Atmosphäre und Philosophie eines Künstlers, der sich mit seinen Bildern genau dadurch ein Alleinstellungsmerkmal über Jahrzehnte erarbeitet hat und international bekannt ist.
Skandalös ist, neben der Unverfrorenheit mit der der Koreaner Jungho Lee hier eindeutig und unzweifelhaft stiehlt, die Tatsache, dass eine Institution wie The Association of Illustrators dies nicht nur nicht erkennt, sondern den Dieb auch noch mit einem internationalen Preis belohnt.

Wer ist wer? Links die Originale von Quint Buchholz, rechts die Plagiate von Jungho Lee.

Nach meinem Protestschreiben an die preisvergebende Institution, bekam ich folgende Antwort: „...There was considerable debate during the judging process because of the similarities with Bucholz's work which of course we took very seriously. After much thought and consideration it was judged that while there are similarities in style, there is no direct copying...“ 

Demnach waren die Ähnlichkeiten mit Quint Buchholz der Jury durchaus bewusst und das halte ich für wirklich inakzeptabel. Gerade in Zeiten, in denen Urheberrechte mehr denn je gefährdet sind, sollten Institutionen, die sich, wie in diesem Fall, für die angewandte Kunst stark machen, die Rechte der Künstler verteidigen und sie nicht untergraben. Ich hoffe also, im eigenen und im Interesse aller Künstler, dass dieser Fall eine Öffentlichkeit bekommt, zumal Quint Buchholz einen großen Namen hat, den es zu verteidigen gilt.

Leider geht die Geschichte aus dem Jahr 2016 aber noch weiter: jetzt kündigt der Moses Verlag in München ein Buch von Jungho Lee mit folgendem unverfrorenem Werbetext an:

Jungho Lee
Promenade 
Gebundene Ausgabe
9. August 2017
16.95

"Zum Träumen und Sich-Verlieren. Jedes Buch ist der Beginn einer neuen Reise. In der Tradition von René Magritte und Quint Buchholz nimmt der südkoreanische Illustrator Jungho Lee alle Bücherliebhaber mit auf eine traumhafte Fahrt durch 20 atemberaubend schöne Szenen. Im luxuriösen Großformat, gedruckt auf extra-dickem Papier, lässt dieses Geschenkbuch Groß und Klein eintauchen in eine Welt voller Magie und Poesie." 
Wie sich die Bilder gleichen!

Ich würde mich über Solidaritätsadressen freuen unter der email Adresse: rsberner@t-online.de.
Unser Protest sollte sich auch gegen die Veröffentlichung des Buches im Moses Verlag richten. Der Verleger kennt unzweifelhaft das Werk von Quint Buchholz und scheut sich nicht, ein offensichtliches Plagiat zu verlegen, ja sogar mit dem Originalwerk von Quint Buchholz als Referenz zu werben. 

Rotraut Susanne Berner
Gründungsmitglied der „Stiftung Illustration“,
Autorin und Illustratorin

Übrigens: Jeff Koons wurde kürzlich zu einer Zahlung von 20.000 Euro verurteilt, weil er für eine farbige Skulptur ein schwarz-weiß-Foto des Fotographen Jean-François Baumet als Vorlage genutzt hat. Und das, obwohl sich Figur und Foto durch einiges unterscheiden. Hier kann man sich das genauer anschauen. 

Sonntag, 4. Juni 2017

Berlin: Ministerium für Illustration, G8 Augenfalter

8. Juni bis 8. Juli 2017
Ausstellungseröffnung, Donnerstag, 8. Juni, 19 Uhr
Ministerium für Illustration
Gallery for contemporary popular drawings and prints
Chausseestraße 110, 10115 Berlin
post@mfi-berlin.de



Der Ausstellungstitel G8 steht hier sinnbildlich für die Gruppe der acht augen:falter, einer artistischen Vereinigung, die im Jahr 2009 gegründet wurde – nicht zuletzt, um Gipfel zu stürmen.

Dem Künstlerkollektiv mit Leidenschaft für originalgraphische Techniken gehören Inka Grebner, Urte von Maltzahn-Lietz, Gerlinde Meyer, Franziska Neubert, Julia Penndorf, Nadine Respondek-Tschersich, Petra Schuppenhauer und Katja Zwirnmann an. Die Künstlerinnen arbeiten gemeinsam an verschiedenerlei Publikationen im Bereich der Druckgraphik. Diese Gemeinschaftswerke stellen sie neben eigenen Büchern, Mappen und Graphiken auf Buch- und Graphikmessen in Deutschland und anderswo aus.

Jüngstes Beispiel für die erprobte Zusammenführung der unterschiedlichen künstlerischen Handschriften sind die Holzschnitte für das Buch »Einübung ins Paradies«. Die zugrunde liegende Erzählung von Ingo Schulze spielt im Tierpark Berlin. Das – bis hin zum Text im Bleisatz – ganz und gar originalgraphische Buch wurde in der Abteilung Grafisches Gewerbe des Museums der Arbeit in Hamburg gedruckt. Eine Auswahl der Werke von augen:falter kann im Ministerium für Illustration erworben werden.

Die Abbildungen zeigen Ausschnitte aus den Grafiken:
obere Reihe v.l.n.r.:

Franziska Neubert
»Buchakrobaten«
Linolschnitt, 2016

Gerlinde Meyer
o.T.
Farbholzschnitt, 2016

Julia Penndorf
llustration aus H.C. Artmann »Dracula Dracula«
Federzeichnung, 2014

Urte von Maltzahn-Lietz
»Mädchen mit Pelikan« (Tierpark Berlin)
Holzschnitt, 2016

untere Reihe v.l.n.r.:

Inka Grebner
»Fräulein Lust geht«
Linolschnitt, 2016

Petra Schuppenhauer
»Im Park III«
Holzschnitt, 2017

Katja Zwirnmann
»The Women Men don’t see« (aus MEMO-Spiel »Unendliche Weiten«)
Linolschnitt, 2016

Nadine Respondek
»Zu Hause bei Fräulein A.« (aus der Mappe: »Tierisch gemenscht«)
Linolschnitt koloriert, 2017